Die Samen des Theobroma cocao wird von (fast) jedem geliebt - nur wissen es die Meisten nicht! Die ersten Kakao-plantagen haben wahrscheinlich die Majas um 600 n. Chr. angelegt. Die Kakaobohnen dienten ihnen als Zahlungsmittel und für ein bitteres Getränk, das religiöse und rituelle Bedeutung hatte. Dieses Getränk, Xocolatl (bitteres Wasser) genannt, bestand aus gerösteten und gemahlenen Kakaobohnen, welche mit Wein oder Wasser schaumig gerührt
wurden. Der Spanier Hernán Cortès soll als erster Europäer den Wert der Kakaobohnen erkannt haben und brachte sie an den spanischen Hof. Dort wurde das bittere Getränk mit Zucker und Vanille verfeinert und erfreute sich schnell großer Beliebtheit in der oberen Gesellschaftsschicht.
Ab 1606 verbreitete sich der Schokoladengenuss über ganz Europa. Die erste Schokoladenfabrik wurde von Fürst Wilhelm zu Schaumburg-Lippe um 1756 gegründet. Der erste richtige Durchbruch gelang jedoch erst 1828, als der Holländer C. J. Houten die Kakaomasse entölte und dadurch erstmalig Kakao-pulver herstellen konnte. 1875 wurde erstmals eine Rezeptur für Milchschokolade gefunden. Das durch Rudolphe Lindt entwickelte Verfahren, conchieren genannt, bestand darin, die Schokolade 72 Stunden in beheizten Trommeln zwischen Walzen zu zerreiben, wobei sie ständig bewegt wurde und mit Luft in Berührung kam. Durch diesen Vorgang erhält die Schokolade ihren zarten Schmelz, der es erlaubt sie in Form zu gießen.
Der Rundgang durch Bremer Geschichte und Geschichten führt den Besucher des Geschichtenhauses auch vorbei am Schokoladenexpress, wo er genüßlich vom Schokoladenbrunnen naschen darf.