1861 – Bremen baut

Der Bremer Marktplatz ist das Herz der Altstadt. Auf ihm steht der Roland, hier wurde natürlich von alters her Markt abgehalten. Der Markt war auch Mittelpunkt des öffentlichen Lebens: Unter dem zweiten Rathausbogen wurde bis in das 18. Jahrhundert Gericht gehalten, hier stand auch der Pranger zur Verbüßung geringer Strafen. Vom Balkon des Rathauses herunter wurden die Rechtsverordnungen der Stadt der Bürgerschaft verlesen. Auf dem Marktplatz wurde manches Fest gefeiert, die Bremer Bürger zogen jedoch auch auf dem Marktplatz, wenn sie mit der Regierung des Rates nicht zufrieden waren.

Der Markt veränderte nur langsam sein Gesicht und verlor im Verlaufe des 19. Jahrhunderts seine zentrale wirtschaftliche Bedeutung. Der Handel zog in die Geschäftsstraßen rund um den Marktplatz, erste Kaufhäuser entstanden. Auf dem Markt blieben schließlich nur noch die Fischer und Lebensmittelhändler. Drei Mal wöchentlich boten sie hier ihre Produkte feil: Hühner, Enten, Gänse und Eier bot man auf der Westseite des Marktplatzes an, Gemüse um den Roland herum und in der Mitte des Marktes. Auf dem Markt verkaufte Fisch-Lucie, eines der Bremer Originale der Jahrhundertwende, ihre Fische mit lauten und derben Sprüchen und auf den Treppen der Neuen Börse konnte man Heini Holtenbeen begegnen, Bremer Dienstmann und Original aus dem Schnoor-Viertel.

An der Ostseite des Marktplatzes hatte man die alten spitzgiebeligen Häuser abgerissen, um Platz für eine große neugotische Börse zu schaffen. Auch zwischen Neuer Börse und Schütting veränderte der Marktplatz nunmehr sein Gesicht. Links des Schüttings entstanden moderne mehrstöckige Geschäftshäuser, und wenn man vom Roland quer über den Markt zur Wachstrasse sah, schaute man auf die repräsentative, turmbekrönte und an die Renaissancebauten erinnernde Eingangsfassade der hier 1902 erbauten Baumwollbörse.

Bremen veränderte sein Gesicht. Auf dem nahen Domshof entstanden 1891 die Deutsche Bank und 1904 die Bremer Bank, auf der Domsheide 1882 die kaiserliche Oberpostdirektion und 1895 das Gerichtsgebäude mit dem Polizeihaus (1905) am Wall. Zum Brill hin konnten die Bremer die neuen Verwaltungsgebäude der Bremer Sparkasse (1906) und des Norddeutschen Lloyd (1910) bewundern. Schließlich wurde 1909 auch das alte Stadthaus neben dem Rathaus abgerissen und nach Plänen des Münchener Architekten Gabriel von Seidel 1913 das heute noch so genannte Neue Rathaus errichtet.

Bis 1913 fand auch der jährliche Bremer Freimarkt auf dem Marktplatz und in seiner näheren Umgebung statt. Geblieben ist davon die Eröffnung des Freimarktes, wenn die Bremer ihren Roland Mitte Oktober jedes Jahr ein Freimarktherz umhängen, und für die kleinen und großen Kinder der "Kleine Freimarkt" beginnt.

Original Bremer Leckereien für Groß und Klein finden Sie in unserem historischen Kiosk. Bremer Babbeler und Bremer Kluten (Pfefferminz-Fondantstangen, zur Hälfte mit Zartbitterschokolade überzogen. Etwa so groß wie zwei Stückchen Würfelzucker.) sind unsere Verkaufsschlager.

- Anzeige -