Jürgen Heinrich Keberle (1835 - 1909)

Einer der bekanntesten Bewohner des Bremer Schnoor-Viertels war Jürgen Heinrich Keberle, der aufgrund seines steifen Beines nur Heini Holtenbeen genannt wurde. Während seiner Lehre zum Tabakküper fiel er durch eine Luke und behielt neben einem steifen Bein vermutlich auch einen leichten Hirnschaden zurück. Seine Lehrausbildung konnte er daher nicht abschließen. So der Verdienstgrundlage beraubt, schlug er sich am Rande des Existenzminimums durch und musste sehen, wie er sich ernähren konnte.

Dieses schrullige Bremer Original war über Jahrzehnte täglich gegen 12 Uhr vor der Neuen Börse am Marktplatz anzutreffen, wo er den Kaufherren zuvorkommend die angerauchten Zigarren abnahm. Man muss dazu Wissen, das bereits damals Rauchverbot in der Börse bestand. Die guten Zigarren behielt Holtenbeen für sich, und aus den kurzen Stummeln stellte er Pfeifentabak her, den er weiter verkaufte. An besonders schweren Tagen kam es hin und wieder vor, dass Heini Passanten auf dem Marktplatz ansprach und sie um einen halben Groschen bat. Betteln kam dabei für ihn natürlich nicht in Frage. Heini Holtenbeen wollte das Geld lediglich geliehen haben. Wie es allerdings mit der Rückzahlung bestellt war und jede Menge weiteren Döntjes erzählt er Ihnen gerne selbst – im Bremer Geschichtenhaus.

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