1656 – Als der Dom in Flammen stand

Am 4. Februar 1656, so berichtet eine Bremer Chronik, zog gegen 9 Uhr ein Schneesturm über Bremen hinweg, dem ein kurzer Blitz mit heftigem Donnerschlag folgte. Gegen 12 Uhr, nachdem sich die Bewölkung wieder aufgelockert hatte und sogar die Sonne hervorgekommen war, wurde auf dem Rathaus Feueralarm gegeben. Der Nordturm des Bremer Domes hatte sich entzündet und stand in Flammen.

Im Bremer Rathaus machte sich Hektik breit. Inmitten der Stadt bestand immer die Gefahr, dass die vielen mit Stroh gedeckten Häuser der Umgebung Feuer fangen konnten. Es wurden Wasserspritzen herbeigeschafft, doch ohne Erfolg. Das Wasser der Spritzen konnte das Feuer hoch am Turm nicht erreichen.

Die Turmspitze brannte inzwischen lichterloh. Schließlich brach sie herunter und fiel auf das hohe Gewölbe des Doms. Nun brannte das Dach des Kirchenschiffes. Auch wenn klettergewandte Bürger und Soldaten hochstiegen und auf langen Leitern Wassereimer zum Löschen nach oben reichten, die Gefahr eines Übergreifens des Brandes war am Abend noch nicht gebannt. Der Wind hatte gedreht und aufgefrischt und die Glut immer wieder angefacht, so dass helle Funken durch den dunklen Abend stoben. Vier Bürgerkompanien wurden alarmiert, um das Feuer in der Nacht zu beobachten und die Löscharbeiten zu unterstützen.
Erst am folgenden Morgen konnte Entwarnung gegeben werden. Die Bremer waren noch glimpflich davon gekommen. Der Brand hatte wie durch ein Wunder kein Menschenleben gekostet und das nahe Rathaus zum Glück kein Feuer gefangen.

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